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26. Juli 2012

Urlaubs-Con und Meer - 3 Tage in Kiel

Kirstin

Vom 20. bis 22. Juli fand im Kiel der „Urlaubs-Con und Meer“ statt, der gleichzeitig der diesjährige SFCD-Jahres-Con sein sollte.
Dank unserer Urlaubsplanung und daher frühen Anreise, sind wir sogar dem gigantischen Elbtunnelstau zum Ferienbeginn an jenem Wochenende entgangen und konnten am Freitag die Zeit vor dem Con sinnvoll in Lübeck verbringen, wo wir – wie sollte es anders sein – jede Menge Marzipan in den verschiedensten Darreichungsformen (von Schokolade bis Seife!) geshoppt haben... ;)

Danach ging's gemütlich nach Kiel.
Im Keller der Jugendherberge Kiel, fanden an drei Tagen Lesungen und Vorträge statt, die thematisch wirklich vielfältig waren und für jeden Geschmack etwas zu bieten hatten und somit auch dem Slogan 'In allen Welten zuhause' voll gerecht wurden.

Der Freitag Abend begann mit der Futtersuche, da gerade mal 2 Teilnehmer das Abendbrot in der JH gebucht hatten, und führte das kleine Grüppchen von dem Con zum Hauptbahnhof. Der empfohlene Chinese war recht anständig, und gestärkt ging es dann zurück zur Conlocation.
Der erste Vortrag von Ralf Boldt über Fantasy und Musik konnte mich dann doch nicht genug fesseln, so dass ich die Zeit draußen verbrachte und mit einigen der anwesenden Teilnehmer lieber ein Schwätzchen hielt.

Wir Filker waren ja nicht sonderlich aktiv an diesem Wochenende (Schließlich war Urlaub angekündigt! *hüstel* ;)), aber wir hatten zumindest einen Stand, und besonders Jelas Filz- und Kerzenkreationen fanden den einen oder anderen Fan. :) Außerdem lädt so ein Stand zum Verweilen und Reden ein, was auch immer sehr nett ist.

Der folgende Vortrag „Gestern war Heute anders“ von Michael Wachow beschäftigte sich mit den Dingen die in Science Fiction Romanen beschrieben und NICHT Wirklichkeit geworden sind. Auch wenn ich Herrn Wachow in vielen Punkten nicht zustimmen konnte, war der Vortrag doch sehr unterhaltsam und gar nicht langweilig - und hatte einige interessante Ansätze. Auch wenn der Atomkrieg bisher ausgeblieben ist und Deutschland eher an Bevölkerungsschwund denn an Überbevölkerung leidet, waren leider viele Beispiele zu regional eingegrenzt betrachtet: die Welt besteht eben aus mehr als nur Deutschland... nicht nur in der Science-Fiction!

Marc Heinrich - Veranstalter des Urlaubs-Cons - brachte uns das grüne Kultgetränk der Science Fiction Fans näher - oder wusstet ihr etwa nicht, was ein Vurguzz ist??? :)
Die Geschichte des Vurguzz ist nämlich sichtlich verschlungen und beginnt nicht erst mit dem Auftauchen in einer gewissen deutschen Science Fiction-Heftchen-Serie... Im Anschluss an den Vortrag durften die ganz Mutigen unter den Anwesenden das grüne Gesöff mal kosten, das immerhin 70-80 % Alkoholgehalt haben sollte. Zum Glück war die Flasche schon ein paar Jährchen älter und ich schätze mal der Alkohol-Gehalt ist inzwischen deutlich gesunken. Geschmacklich war er jedoch immer noch nicht so mein Fall. Neben den Kräutern war da noch eine gewisse Schärfe, die nicht vom Alkohol herrührte, aber näher identifizieren konnte ich das dann doch nicht. Ich hatte aber auch nur einen Mini-Schluck, ich Weichei... ;)

Den restlichen Abend wurde geklönt, wie auf dem Programm stand. Und da wir außerhalb nächtigten, machten wir uns auch nicht gar zu spät auf die Reifen...



Am Samstag waren wir pünktlich zum Vortrag von Tobias Hochscherf vor Ort, der uns über die deutschen Wurzeln in britischen SF-Filmen aufklärte. Der beste Vortrag auf diesem Con überhaupt - ganz ehrlich! Super recherchiert mit Bild- und Filmbeispielen und zudem noch mit einem Buchtipp (selbstgeschrieben) zum Thema, hat Dr. Hochscherf (wie sich herausstellte) super interessant über das Thema Deutsche Migranten während des 2. Weltkrieges referiert, die im englischen Filmgeschäft Fuß fassten und dadurch weitreichend die dortige SF-Landschaft beeinflusst haben. Alexa und ich waren uns einig, dass alleine für diesen Vortrag sich der Con schon gelohnt hat. :)

Kurz nach Mittag folgte eine Buchvorstellungsrunde von Michael Wachow – diesmal wirklich mit Friends – bei der die 3 anwesenden Herren uns Science Fiction-Bücher vorstellten, die ihrer Meinung nach in Deutschland noch keine gebührende Aufmerksamkeit erlangt haben. Die Vorstellungen waren sehr interessant und es war auch das eine oder andere Buch dabei, dass ich mir mal anschauen werde. Besonders Michael Wachow brachte seine umfangreichen Vorstellungen, die nicht nur Bücher sondern auch Comics umfassten, wieder sehr unterhaltsam dar.

Danach wurde der Phantastik-Preis verliehen – höchst offiziell und so, aber ich habe ihn verpasst! Ich habe draußen mit Jela und Alexa wohl die Zeit verquatscht. Als wir uns endlich aufgerafft haben, den Vortragsraum zu betreten, kamen 'nur' noch die nominierten dran und ehrlich gesagt, war es nicht so unser Ding zuzuhören wieso die anderen Nominierten nicht gewonnen haben...

Da wir die einstündige Mittagspause hatten ungenutzt verstreichen lassen und sich unser Magen lautstark bemerkbar machte, beschlossen wir schweren Herzens den Steampunk Vortrag, der ganz fest auf unserer to-see-Liste stand, zu streichen und stattdessen neben dem erfüllten Urlaubs-Con, auch etwas vom „und Meer“ zu verwirklichen. Aus Meer ist dann zwar Förde geworden, aber Wasser ist Wasser, und das Essen und der Blick waren ganz vorzüglich in dem kleinen Lokal mit dem Namen Louf - direkt da wo Oceanriesen anlegen, Segelschiffe gemächlich vorbeigleiten und Moths über das Wasser flitzen. :)

Gestärkt und gut gelaunt sind wir zurück zur JH, um festzustellen, dass der Rest der Horde inzwischen auf Futtersuche war und damit auch der größte Teil der Teilnehmer der Samstag Abend Show, die sich als Science Fiction-Quiz herausstellte. Da Alexa die einzige anwesende Kandidatin war, beschloss Marc, sie einfach gegen das anwesende Publikum antreten zu lassen. Wir Filker haben ganz schön abgeräumt würde ich sagen: am Ende des Quiz hatten wir definitiv den größten Stapel der als Preis für die richtige Antwort ausgegebenen Terra Astra Romanheftchen... *g*

Ralf Boldts Vortrag über die Ökonomie in der Science Fiction folgte danach und war zwar ziemlich lang (Sitzkissen für Cons sollten als Pflicht eingeführt werden!) aber auch ziemlich interessant. Leider lief parallel dazu die Vampir-Lesung von Myrna E. Murray, die ich auch sehr gern besucht hätte, aber erstens ist mir erst hinterher aufgefallen, dass die zeitgleich liefen und zweitens hätte ich mich ja eh nicht zweiteilen können... das wäre mal eine praktische Erfindung für Cons!

Den folgenden Vortrag SF vs. Porno haben wir uns dann geschenkt. Ob der interessant war, müsst ihr also anderswo nachlesen. Da wir auch schon ziemlich müde waren, wollten wir auch das Tribute to Ray Bradbury nicht abwarten, dass wir wiederum sehr gern gesehen hätten. Aber schließlich sollte der Urlaubs-Con ja nicht in Stress ausarten, sondern schön entspannt sein...

Sonntag hieß es deshalb auch erst einmal ausschlafen. Da weder wir noch Alexa und Jela SFCD-Mitglieder sind, gab es für uns Vormittag eh kein Programm, denn es war nur die SFCD-Mitgliederversammlung angesetzt.
Pünktlich zu Anissas Vortrag über ihren Vergleich der Ost- und West-SF-Literatur von 1945 bis zur Wende waren wir jedoch da. Der Vortrag hat zumindest dazu beigetragen, dass ich gestern ein paar alte SF-Bücher aus DDR-Zeiten bei eBay ersteigert habe. Bin mal gespannt, mit welchen Augen man das heutzutage so liest...
Nach Anissas Vortrag dozierte Mryna Murray über Das Vampirmotiv in der Literatur. Ein wirklich gut gemachter Vortrag, der auf einer längeren Examensarbeit von ihr basiert ('Carpe Noctem – der Vampir in der modernen Literatur'). Noch bedauerlicher, dass ich ihre Lesung verpasst habe. Aber ich hoffe ich bekomme dann mit, wenn ihr Roman erscheint. :)

Nach dem offiziellen Ende des Cons, führten Anissa und Marc dann noch durch eine Stadtführung auf den Spuren von Jules Verne und darüber hinaus durch Kiel. Leider mussten wir uns früher absetzen, da wir noch zum Grillen verabredet waren.

Alles in allem ein wirklich netter, wenn leider auch viel zu schlecht besuchter Con*. Die Teilnehmerzahl war so gering, dass man ohnehin den Eindruck hatte, dass der Teilnehmerkreis zum größten Teil aus Mitwirkenden bestand. Eigentlich schade, denn das Programm war wie anfangs schon erwähnt, sehr abwechslungsreich und deckte die Litaratur-basierte Science Fiction ab wie auch filmische Themen. Auch historisch wurde der Bogen sehr weit gespannt, vom ersten Stummfilm mit SF-Idee, über die geteilten Jahre bis hin zur Neuzeit).
Auffällig waren auch die vergleichsweise vielen Dr.Who Fans auf dem Con und damit meine ich nicht nur den Dr. Who-Tisch , sondern die T-Shirt tragenden Sympathie-Bekundungen!

Kiel ist auf jeden Fall eine Reise wert und auch das Einbinden einer Stadtführung in das Programm fand ich eine sehr nette Idee. Ist es doch häufig so, dass man nur das Congelände sieht, wenn man wohin fährt.
Danke an Anissa und Mark für die Organisation! Das Conplakat von Marc war übrigens auch ein richtiger Hingucker, fand ich.
Solltet ihr noch einen Versuch starten, dann versuche ich auf jeden Fall wieder mit dabei zu sein!


*wer in diesem Conbericht irgendwo einen weiblichen Artikel vor Con findet, darf ihn behalten! ;D

Kirstin


>> Link zum Forenbeitrag zur Con bei filk.info


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Urlaubs-Con und Meer 2012, a set on Flickr.



urlaubsconundmeer.blogspot.de



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